Welchen Anteil hat das Auge an der Farbwahrnehmung ?
Bei der Beurteilung spielt der Zustand und die Leistungsfähigkeit unseres visuellen Systems eine sehr wesentliche Rolle. Hierunter ist nicht nur das Auge mit seiner Netzhaut zu verstehen, sondern auch die Neuronenschaltstellen im Gehirn, die beim Wahrnehmungsvorgang beteiligt sind. Mit steigendem Lebensalter benötigt der Mensch für dieselbe "Sehaufgabe" eine höhere Lichtintensität als in jüngeren Jahren. Wegen der eingehenden "Vergilbung" der Augenlinse werden die Farben gelblicher gesehen, was auch zu Fehlbeurteilungen führen kann. Von besonderer Wichtigkeit ist bei Farbabstimmaufgabeneine Tatsache, der der Praktiker leider zu wenig Aufmerksamkeit schenkt. Es handelt sich um die sogenannte Farbabstimmung des Auges.
Unser Farbempfinden hängt außerordentlich stark davon ab, auf welche
vorherschende Farbe im Blickfeld unser Auge "gestimmt" ist. Man kann das durch
einen sehr einfachen Selbstversuch nachvollziehen.Dazu benötigt man
einfarbigbunte Papiere in Leuchtenden Farben, z.B. in Gelb. Man markiert einen
schwarzen Punkt in der Mitte und blickt etwa eine Minute nur mit einem Auge auf
ihn. Nach Ablauf der Umstimmung auf Gelb betrachtet man ein vorher
bereitgelegtes buntes Farbmotiv, möglichst mit weißen und blauen Bildteilen,
einmal mit dem umgestimmten und dann mit dem nicht umgestimmten Auge. Das
farbige Aussehen des Motivs beim wechselnden Blick mit dem einen bzw. mit dem
anderen Auge unterscheidet sich drastisch.
Für die Farbabstimmung ergibt
sich daraus die Konsequenz, daß bunte Flächen in der Nähe von
Abmusterungsplätzen unbedingt zu vermeiden sind - am besten sind neutrale
Flächen. Bei der eigentlichen Abmusterung ist den Augen ausreichen Zeit zu
geben, um sich auf die Abmusterungslichtart einzustimmen, indem man z.B. einen
Moment in das Licht selbst oder eine von ihm beschienene neutralweiße Fläche
blickt.


